logoi enhyloi
 


Vergeh dich ruhig, vergeh dich an dir selbst und tu dir Gewalt an, meine Seele; doch später wirst du nicht mehr Zeit haben, dich zu achten und zu respektieren. Denn ein Leben nur, ein einziges, hat jeder. Es aber ist für dich fast abgelaufen, und du hast in ihm keine Rücksicht auf dich selbst genommen, sondern hast getan, als ginge es bei deinem Glück um die anderen Seelen... Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsläufig unglücklich.
 


Ein Sonntag. Verschleiert. In Schwarz.
 


Wie kann ein Leben, das man nicht hat, so klar vor einem liegen? Alles ist so scharf konturiert: der Sex, die Ruhe der Nachmittage, die Sorge, wenn es der Tochter nicht gut geht, die Freude, wenn die Tochter lacht. Völlig deutlich, wie es mit der Verwandtschaft wäre, auf beiden Seiten: Einfach wäre es, gegenseitiger Stolz, man wäre einfach dort ohne an das Morgen zu denken, vielleicht an das Gefummel später. Alles liegt vor einem: die Reisen, die Urlaube. Ich würde ihm die ganze Welt zeigen. Letztlich doch. Und er sie mir. Auch die Schwierigkeiten liegen vor einem. Die Angst, doch noch zu verlieren. Der beständige Kampf loszulassen. Den ich jedoch gewinnen würde. Hundertprozentig. Alles liegt da. Die Puzzlestücke sind passend ineinander gefallen. Jetzt noch: warten, abpassen, durchhalten, stark sein.



Gigantic.
 


Singularity is here to stay, for you and me.
So go down, go down, go down, go down, go down, down low.
Let's take life slow.



If the storm is coming, the storm is coming
The storm is coming
It's gonna make a beautiful sound
I hope it turns your life upside down

Now the wooden gate is creaking
And the windows loudly rattle
Yet I still venture towards it
Like I'm marching into battle...
 


Lauter gleichaussehende Anfang Dreißigjährige gruppieren sich um gleiche Stehtische. Sie sehen aus wie kleine Banker, denen man wilde rot-gelb-blau-gestreifte Krawatten umgehängt hat. Sie trinken Latte Macchiato. In der 90. Minute sagt er: "Wusste ich's doch, dass die Portugiesen rausfliegen." Die Autobankersfrau in Schwarz redet in meinem Rücken in u-f-Manier.



Never ending desire. Still.
 


Mittag. Weg sein.
 


Ich ging nach Hause, nachdem ich einen fiebernden Mann versucht habe ins Bett zu kriegen und davon abzuhalten, überall Keime zu verteilen, nachdem ich sein Bett gemacht und Tee gekocht und ihn versucht habe dazu zu bringen, Weißbrot zu essen. Ich ging nach Hause, nachdem ich mit einer Frau, die kaum noch spricht, versucht habe, über Open Office Writer zu kommunizieren. Und heraus bekam, dass sie mit einem ihrer Brüder nicht mehr reden will. Nachdem ich jeden ihrer Schritte überwacht hatte, nachdem wir mühselig zweimal gegessen haben. Nachdem ich gekocht habe. Nachdem ich Tabletten verteilt habe. Nachdem ich ihr die Zähne geputzt habe und sie ins Bett gelegt. Nachdem ich in ihren traurigen Blick hinein mit Zuversicht gesagt habe, dass sie das alles hinbekäme. Nachdem ich sie zugedeckt habe und die Wohnung aufgeräumt, Wecker gestellt und abgewaschen habe. Nach all dem ging ich durch die Wärme in Zeitlupe nach Hause, um dort fürs Geld zu arbeiten. Aber in Ruhe und in Stille.



Leben. Komm nur her.

Egal was wird, die Freiheit ist herrlich und die Ruhe, bei sich zu sein.

Danke, Spiritus mundi.

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