Pünktlich hat sich die Sehnsuchtsmaschine wieder in Bewegung gesetzt. Ein kleines Knirschen. Ein Zittern der Zahnräder. Und dann lief sie. Zuerst stockend, jetzt wie geölt. Und so geht es weiter über die nächsten drei Tage. In dem gleichmäßigen, gewohnten Rhythmus von Schmerz und Vorglück, von Ruhe und nervöser Erregung. Man kann ihr niemals entkommen.
enhyloi - 30.04.2009
Interdisziplinär war einmal. Neues Doktorandenprogramm: Fachfrei promovieren! Sich auf das Eigentliche konzentrieren. Softskills are the key for career.
enhyloi - 30.04.2009
Ganz selten, aber manchmal, gibt es einen unter den Menschen, der andere in den Wind hochwerfen kann, so dass man fliegt. Möge seine Tochter dieses Geheimnis auch später noch wissen. Und verstehen, dass er deswegen dort steht und aufpasst.
enhyloi - 30.04.2009
Wachtel Spargel Brunnenkresse Jakobsmuschel Safran Holzoliven Rotbarbe Spanferkel Spargel Sorbet. Soßenklekse. Champagner Wein Wein Wein Wein Wein Zigarette Champagner. Zyklisch essen.
enhyloi - 30.04.2009
Geilomat.
enhyloi - 29.04.2009
Die Welt erklärt bekommen von universitären Verwaltungsmenschen in der Mensa. Das Themenspektrum ist - eben die Welt: Sport, Unfähigkeit der anderen Verwaltungsmenschen, die eigene Karriere, die GROSSEN Themen. Das alles völlig humorfrei, darunter poetische Perlen wie "Frau Nagel hatte die schlagenden Argumente."
VM weibl.: "Ich muss an mein eigenes Leben denken." (Pause) "Es wird ein gutes Fische-Jahr. Die Schwester meiner Mutter beschäftigt sich mit Astrologie."
VM männl. (in gesetztem, ernstem, fachlichem Tonfall): "8 1/2 Prozent der Menschheit ist Fische. " (skeptisch) "Die sollen alle ein gutes Jahr haben?"
VM weibl.: "Ist eben eine Theorie. Es gibt auch die Theorie, dass jeder in seinem Leben gleich viel Glück und gleich viel Pech habe. Wenn man also ganz viel Pech hatte, hat man dann irgendwann viel Glück." (Richtung VM männlich) "Nun sagen Sie mal ja."
VM männl.: "Ich kann nicht so richtig zustimmen."
VM weibl.: "Ist doch nur ne Theorie."
VM männl.: "Ja, das stimmt."
VM weibl. (begütigend): "Vielleicht leben manche so kurz, dass sie das Pech haben und sterben und so nur Pech hatten."
VM männl. (mit kräftiger Stimme): "Ich glaube an die Gaußsche Glockenkurve."
VM weibl. schweigt.
VM männl. (belehrend): "Gauß: deutscher Mathematiker. Die Glockenkurve sieht so aus." (Er macht eine Handbewegung.) "Wie eine Glocke."
VM weibl. lenkt vom Thema ab.
Daneben diskutieren vier Langzeitstudenten über den Nutzen von Schweinegrippe für's Examen. Ob man da mehr Wochen angerechnet bekommt?
enhyloi - 29.04.2009
They leave in autumn auf dem Rad. Sonne fädelt sich durch Rasensprengerwolken. Menschen und Hunde rauschen vorbei, rauschen vorbei, rauschen vorbei. In Zeitlupe.
enhyloi - 29.04.2009
Ess ich und Öl.
enhyloi - 29.04.2009
Aporien kreisen langsam. Zart, zerbrechlich, viel leichter zerstörbar, als sie scheinen. Robust sehen sie aus in ihrer perfekten Form. Kein Angreifspunkt. Dabei muss man nur geräuschlos pusten.
enhyloi - 28.04.2009
Philosophische Arbeitsteilung: Der, dem die lustigen Beispiele einfallen, sollte sich die lustigen Beispiele einfallen lassen. Aber auch nur die.
enhyloi - 28.04.2009
Aber der Flieder blüht viel schöner.
enhyloi - 28.04.2009
Die Narzissen sind verblüht.
Ritz keinen Namen in die Hand.
enhyloi - 28.04.2009
Mr und Mrs Rumpsteak.
enhyloi - 28.04.2009
there's no one can tell us what love brings
enhyloi - 27.04.2009
Nähe ohne die bodenlose Schlucht dazwischen. Nicht drüber springen müssen wie Ronja Räubertochter. Dennoch so leben, räubernd ohne wegzunehmen.
enhyloi - 27.04.2009
Oh Gott war mit mir.
enhyloi - 27.04.2009
Jedes Fest, jeder Jahrestag hat das Vorzeichen "Vielleicht das letzte Mal". Und wie jeder weiß, feiert sich das in etwa so gut wie die Beerdigung selbst. 56 Jahre sind keine lange Zeit. Dunkelheit hängt über uns. Sie, die mir so fremd ist. Sie, die nicht wie eine Mutter ist. Sie, die nie erwachsen war. Sie, der ich so ähnlich bin. Ich werde sie nur umarmen. Nicht auf ihre Gesundheit anstoßen, sondern mit ihr essen und trinken. Denn sie ist diejenige, über der die Dunkelheit nicht hängt. Und sie zirkuliert in mir.
enhyloi - 27.04.2009
Wie er mit unverhohlener Freude, mit Blitzen in den Augen, mit Beruhigung verkündendem Blick begeistert von ärgerlichen drei Stunden Mozart berichtete. Und wie mein Gesicht ein einziges Zeichen der Erleichterung war, für das ich mich zuerst schämte, aber dann wieder doch nicht.
enhyloi - 26.04.2009
Ein Familienabend irgendwie auch.
enhyloi - 26.04.2009
In der einen Ecke ein Buch darüber, ein Buch mit allen Gefühlen, über das geschrieben und geredet wird - und ich sitze unentschlossen, ob auch ich es lesen soll. In der Ecke gegenüber die Frau, die ihre Geschwister ratlos lässt, da sie nichts sagt, gar nichts, außer dass es schon ginge. Wie sieht es denn in ihrem Innern aus? Fast beleidigend, dieses Nichts-Sagen. Und niemand weiß, ob es überhaupt etwas zu sagen oder zu schreiben gäbe oder ob diese Sprachlosigkeit bis zum Grund geht. Lasst sie einfach, solange sie sich über eine Musik freuen kann.
enhyloi - 25.04.2009
Komisch, wie es manchmal so geht. Gerade noch war stille Freude, innere Ruhe vor allem, in mir. Sehr weit ausgedehnt, durch den ganzen Körper zog sie sich - und durch die Seele, die da irgendwo drin verteilt zu sein scheint (worüber ich ins Grübeln komme, ein gar komisch Ding ist die Seele). Und plötzlich - flupps - ist sie da, diese Sehnsucht, die ein kleines Nagen an sich hat, die die Seelenränder ankaut, kleine Bisse nimmt und runterschluckt. Und ich überlege, wie es dazu kam, wo der Wendepunkt lag. Das überlege ich - nicht etwa, wie ich es anhalten kann, wie ich ihr etwas ins hungrige Maul lege, damit sie nicht mehr an mich heran kommt. Der Wendepunkt muss eine neue Information gewesen sein. Oder eher das Eintreten eines Ereignisses, über welches ich schon eine Information besaß. Keine große Sache. Und es vergeht auch wieder. Nachher bestimmt. Aber ich höre das Knabbern und habe keine Mittel, mir die Ohren zu verschließen. Es sei denn, ich schreibe darüber. Dann wird es offenbar. Vielleicht zieht das gemeine Tier sich dann in ein dunkleres Loch zurück. Soll es dort verrotten. Und dann denkt etwas an einer anderen Stelle: Ist nicht jedes Tier zu etwas gut? Nicht dieses, sage ich trotzig. Dieses niemals.
enhyloi - 25.04.2009
no more I must strive
to find my peace
to find my peace in the light
Auf zum gottlosen Himmel!
enhyloi - 24.04.2009
Die Freude, den kleinen Monbijou-Hügel runterzubrausen und danach elf Achtzigzentimeterzwerge in der Unterführung schreien zu hören.
enhyloi - 24.04.2009
Mein erstes Mal: Der Anruf in der Arbeitsagentur.
Locker-flockiges Wir-machen-das-schon-Gefühl (Yeah, right!). Süße Stimme, die mich zum "Check-in" einlädt. Zuteilung eines Arbeitsvermittlers: "Ihre Fachrichtung?" "Philosophie, Geisteswissenschaften. Ich weiß ja nicht, wie groß Ihre Kategorien sind." "Beruf: Philosoph. Der Computer sucht was." Gekicher auf beiden Seiten. "Ach, Herr O., Bereich: Akademiker."
Ich bekäme ein "Arbeitspaket" zugeschickt. (Schön wär's.) Da solle ich meine Wünsche und Vorstellungen eintragen.
"Wiederhören!"
Gänsehaut.
enhyloi - 24.04.2009
Your love is the king of the beasts
and when it gets hungry it must kill to eat
your love is the king of the beasts
a lion walking down city streets.
enhyloi - 24.04.2009
Zuhause französisch genießen.
enhyloi - 24.04.2009