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friktionen  


Wissen in der Welt der Rollenspiele vs. Wissen in der anderen Welt.
Ein voller, runder Abend. Mit einer Radfahrt auf dem Gepäckträger, vorbei an "Ganzkörperschuh", die Arme um den Bauch geschlungen, sicher.
Gefolgt von einem tunneligen Tag. Einem saumseligen Tag.
 


You remember the sun but it sank
In the water that eats the light
Wrapped in cold, late at night

Give me summer
 


Langsame Verschiebung des Tagesrhythmus. Die feuchte Hitze legt sich aufs Denken. Ich bin nur mit einer Hälfte hier. Die andere, wer weiß. Käme jetzt ein Schlag, ich wäre unfähig, ihm auszuweichen.
 


Als ich ins Auto steige, mich anschnalle, den Gang reinlege und die ersten paar Meter fahre, erlebe ich seit langem das erste Mal wieder das Gefühl, dass ich etwas kann, dass ich etwas richtig mache, ohne über die richtige Handlungsweise nachzugrübeln, nachzuzweifeln, ohne das Stehenbleiben aus Unsicherheit, ohne das Gespür über den richtigen Weg verlorenzuhaben, das Gefühl Wünsche und Ziele zu haben, aber keinen Weg dorthin zu kennen. Das Gefühl durchfließt meine Hände, Füße und meinen Kopf so unvermutet, dass fast wieder die Tränen kommen. Eine Dreiviertelstunde Beruhigung. Während der nächsten vier Stunden laufe ich wie eine falsche unter vielen echten Münzen herum, nur den Heimweg im Kopf. Dann eine weitere Dreiviertelstunde Sicherheit durch die beginnende tiefe Dunkelheit Berlins.
 


Diesmal Feiertage ohne Bedeutung, ohne Feiern. Nur die Ruhe. Wenn ich mich hinausbegebe, dann unter Fremde. Hier ist keiner, für den ich hinausgehen wollte. Deshalb ist die Ruhe auch Warten. Warten, dass es in der Maschinerie der Welt wieder ruckelt, summt und britzelt. Die Bäume blühen in der Kälte. Das erste Mal Ekel empfunden vor einem Film, vor seiner Idee, vor der Umsetzung dieser Idee. Das Festnetztelefon als nutzloses Anhängsel der Verbindung zum Internet. Und plötzlich läutet es doch.
 


Dann doch mehr eine Woche für Profis.
 


Flashback.
 


Wenn der Wecker einen aus dem Tiefschlaf klingelt. Bis auf die Knochen gefroren.
 


Interzone.
 


Die Schmerzhaftigkeit der eigenen Geburt.
Ich träumte von Seespinnen in einem Netz auf dem Dachboden. Sie schlüpften aus großen Miesmuscheln. Die Katze weinte bitterlich, und mein altes Institut führte und bewahrte Geheimdienstakten aller seiner Studenten auf. Ich sah große rote Stempel und beschloss, auf Herausgabe meiner Akte zu bestehen. All die Gesichter aus der jüngsten Vergangenheit fliegen davon. Sie ziehen weg. Ich bleibe hier zurück mit dem Herbst.

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