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Der Extra-Supermarkt an der Jannowitzbrücke: Eine kleine, sehr stille Welt für sich. Es gibt sie schon immer, und obwohl das Sortiment ein paar Mal getauscht wurde, steht die Zeit dort still, ob Sozialismus oder Kapitalismus. Es sind auch noch dieselben Kunden. Ein Supermarkt fast ohne Menschen, der mich jedes Mal zur Frage drängt, wie er es nur schafft. Der Einkauf verläuft meist so, dass man minutenlang, viele Minuten lang, an der Flaschenrückgabe wartet. Hinter dem fertigen, besoffenen Mitfünfziger, der sich an eine Gehhilfe lehnt und wie bekloppt auf die Klingel drückt. Von der Kasse schallt zwei oder dreimal in den leeren Markt hinaus, dass die Flaschenkasse zu besetzen sei. Nichts geschieht. Man wartet halt. Wenn das geschafft ist, geht man auf die Suche. Denn alle drei bis vier Wochen wird die Verteilung der Waren komplett geändert. Vielleicht, um die Kunden mit dem Altersdurchschnitt von 70 fit zu halten. Man weiß es nicht. Wenn sich zwischen zwei Tiefkühltruhereihen zufällig zwei Menschen aufhalten, kann es vorkommen, dass noch ein prolliges, einsam aussehendes Mädchen mit dem großen Wagen herbeikommt. Sie stößt einfach durch die klarerweise zu kleine Lücke hindurch, quetscht nach dem Aufprall ein gespielt bestürztes „Tschuldigung“ hervor. Später sehe ich sie versonnen vor der Grabbelkiste auf ein großes, rotes, herzförmiges Plüschkissen schauen. An der Kasse das vertraute, monotone „Gutn Tahg“ der Kassiererin. Auf ihrem Trikot steht „Extra ist okay“. Ich bin eigentlich ganz gern dort.

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