Die Zeichen verdichten sich. Gelbe Gummihandschuhe sind nicht alles. Denn es gibt einen Schlüssel, einen kleinen einsamen und silbernen Schlüssel. Er liegt jetzt verloren auf einer langen, langen Mensatischplatte. Dort liegen gelassen von zwei Studenten. Studenten?
Ich habe doch Mulholland Drive gesehen.
enhyloi - 25.02.2009
Es gibt Momente, da fängt man an, an Verschwörungstheorien zu glauben. Der Funke des Glaubens setzt sich fest und sprüht. Irgend etwas ist im Gange. Ein Pärchen, Typus Musterstudent kurz vorm Abschluss oder vielleicht erfolgreicher Berufseinsteiger - irgend eine PR-Agentur, aber die mit den guten Projekten - beide dunkel gekleidet, dem Wetter angemessen. Beide haben knallgelbe Gummihandschuhe an. Sie stehen vor der Gelber-Punkt-Tonne, genau vor meinem Küchenfenster. Sie haben einen schwarzen Sack parat. Dorthin stopfen sie soviel aus der Tonne, wie sie hinein bekommen. Ordentlich, sauber. Sie schließen den schwarzen Sack und ziehen weiter.
enhyloi - 25.02.2009
Gestern, zwölf c.t., verließ das Glück meine Wohnung. Vorher hatte ich es. Ganz.
enhyloi - 25.02.2009
Erstaunlich, wie beständig Geräusche sein können. Dabei scheinen sie so flüchtig, da sie sich andauernd ändern. In Wirklichkeit gehören sie zu Orten, zu Kulissen genauso dazu wie Häuser und Bäume.
Wach liegend, im Dunkeln, neben mir friedliches tiefes Atmen, lausche ich den Geräuschen meiner Kindheit, wie sie nur bei Regen durchs Fenster dringen. Nasses Rauschen und Brummen. Immer wieder. Leise, lauter werdend, in der Ferne verklingend. Dazu Tropfen. Im Frühling kommen die Amseln. Seit Jahrzehnten.
enhyloi - 23.02.2009
Neues Wort gelernt. Von der BZ aus dem U-Bahn-Fernseher.
Knochenmarktspende.
enhyloi - 21.02.2009
Der Extra-Supermarkt an der Jannowitzbrücke: Eine kleine, sehr stille Welt für sich. Es gibt sie schon immer, und obwohl das Sortiment ein paar Mal getauscht wurde, steht die Zeit dort still, ob Sozialismus oder Kapitalismus. Es sind auch noch dieselben Kunden. Ein Supermarkt fast ohne Menschen, der mich jedes Mal zur Frage drängt, wie er es nur schafft. Der Einkauf verläuft meist so, dass man minutenlang, viele Minuten lang, an der Flaschenrückgabe wartet. Hinter dem fertigen, besoffenen Mitfünfziger, der sich an eine Gehhilfe lehnt und wie bekloppt auf die Klingel drückt. Von der Kasse schallt zwei oder dreimal in den leeren Markt hinaus, dass die Flaschenkasse zu besetzen sei. Nichts geschieht. Man wartet halt. Wenn das geschafft ist, geht man auf die Suche. Denn alle drei bis vier Wochen wird die Verteilung der Waren komplett geändert. Vielleicht, um die Kunden mit dem Altersdurchschnitt von 70 fit zu halten. Man weiß es nicht. Wenn sich zwischen zwei Tiefkühltruhereihen zufällig zwei Menschen aufhalten, kann es vorkommen, dass noch ein prolliges, einsam aussehendes Mädchen mit dem großen Wagen herbeikommt. Sie stößt einfach durch die klarerweise zu kleine Lücke hindurch, quetscht nach dem Aufprall ein gespielt bestürztes „Tschuldigung“ hervor. Später sehe ich sie versonnen vor der Grabbelkiste auf ein großes, rotes, herzförmiges Plüschkissen schauen. An der Kasse das vertraute, monotone „Gutn Tahg“ der Kassiererin. Auf ihrem Trikot steht „Extra ist okay“. Ich bin eigentlich ganz gern dort.
enhyloi - 21.02.2009
innerer zirkel, eigene welt, in einer seifenblase, schwebend und hell
ureigener kosmos, es kann nichts passiern, das universum sind wir
enhyloi - 21.02.2009
In die U-Bahn steigen. Sehen, wie die anderen Leute zurückweichen. Jedenfalls die, die noch etwas mitbekommen. Dabei zeigen ihre Augen Gier. Gier nach der Energie, die sie fühlen. Die sie nicht erkennen, nicht verstehen. Deshalb weichen sie zurück. Wie kleine Tiere.
enhyloi - 20.02.2009
Das war eine wahnsinnige Mittagspause. Es ist aber heute auch nass draußen!
enhyloi - 20.02.2009
Was du nicht kannst, ist mehrere Leben führn...auf mehrere Schiffe gehn...
Und das ist nicht bedrohlich, sondern beruhigend.
enhyloi - 20.02.2009
Well you're up so high
how can you save me
when the dark comes here
tonight to take me up
to my front walk and into bed
where it kisses my face
and eats my head.
Warum hat man später keine Angst mehr vor den Monstern unterm Bett? - Weil man den Mut aufgebracht hat, drunter zu schauen. - Woher kam dieser Mut? - Du weißt es, da du fragst. Er kommt aus demselben.
enhyloi - 20.02.2009
Erstarrt wie ein Kaninchen, wenn es den Fuchs wittert, bin ich angesichts der Möglichkeit, hier mit Worten um mich zu werfen, all das Große in mir zu plakatieren. Nur scheint es nicht mehr groß zu sein, wenn es an den Lippen ankommt oder an den Fingerspitzen. Also muss das Kleine herhalten. Wenn ich großes Glück habe, versteckt sich ja auch mal ein Riese hinter einem Zwerg.
enhyloi - 19.02.2009
Wieviel Prozent der Belegschaft denkt während eines Meetings an einem grauweißen Spätwintertag wohl an wildes Fummeln?
enhyloi - 19.02.2009
Ob dit jetzt klappt?
enhyloi - 19.02.2009
Zwei Dinge stimmen nicht. (1) Aller Anfang ist schwer. (2) Jeder Anfang ist gleich gut. Denn ad (1): Es gab einen Anfang Mitte Januar, der war leicht. Ad (2): Der Anfang muss passend sein.
Ich sage einfach danke.
You wave your torch
into my eyes
flamethrower lover
burning mind.
enhyloi - 19.02.2009